Das Nutzererlebnis als Google-Rankingfaktor

Lese­dau­er: ca. 6 Minuten

Es ist all­ge­mein bekannt, dass Goog­le sei­nen Algo­rith­mus stän­dig wei­ter­ent­wi­ckelt. Mit den bei­den wohl wich­tigs­ten Updates in die­sem Jahr wird das Nut­zer­erleb­nis (Page Expe­ri­ence) noch stär­ker als bis­her in die Ran­king­fak­to­ren ein­be­zo­gen. Was das Mobi­le Only und das Core Web Vitals Update für Sie als Unter­neh­men bedeu­tet, erfah­ren Sie in die­sem Blogbeitrag.

Core Web Vitals

Seit Mai die­sen Jah­res gehört die Page Expe­ri­ence offi­zi­ell zu den Ran­king­fak­to­ren von Goog­le. Kern­ele­ment des neuen Ran­king­fak­tors sind die Anfang Mai 2020 vor­ge­stell­ten Web Vitals, die die Mes­sung der Nut­zungs­er­fah­rung (User Expe­ri­ence) von Web­sites stan­dar­di­sie­ren sol­len. Dazu wird die Per­for­mance einer Web­site in drei essen­ti­el­le Kenn­zah­len zusam­men­ge­fasst. Die neuen Web Vitals Kenn­zah­len lau­ten: LCP (Lar­gest Con­tent­ful Paint), FID (First Input Delay) und (Cumu­la­ti­ve Lay­out Shift). Neben der sog. Ren­der­zeit (dt. Zeit der Bild­be­rech­nung) mes­sen die drei Metri­ken auch die Zeit zwi­schen Benut­zer­ak­ti­vi­tät und Brow­ser­re­ak­ti­on sowie die visu­el­le Sta­bi­li­tät einer Website.

Zusätz­lich zu den Web Vitals wird der neue Ran­king­fak­tor auch die fol­gen­den Fra­gen in die Bewer­tung einbeziehen:

  • Ist die Web­site für mobi­le Gerä­te optimiert?
  • Ist die Web­site sicher und ent­hält sie kei­nen schad­haf­ten Code oder Phishing-Inhalte?
  • Ist die Ver­bin­dung zur Web­site über HTTPS geschützt?
  • Ver­hin­dern Pop-up-Ele­men­te, dass der eigent­li­che Inhalt sicht­bar ist?

Die fol­gen­de Gra­fik zeigt alle sie­ben Ein­zel­si­gna­le des neuen Ran­king­fak­tors im Überblick:

Die sie­ben Ein­zel­si­gna­le des neuen Ran­king­fak­tors im Über­blick; Gra­fik in Anleh­nung an Goog­le [2021]

Aus den jeweils ermit­tel­ten Web Vitals-Wer­ten (in grün) und den vier ande­ren Signa­len (in pink) wird dann der end­gül­ti­ge Wert des neuen Ran­king­fak­tors berech­net. Zusam­men mit den bestehen­den Fak­to­ren (z.B. Key­words im Title Tag oder Ver­lin­kun­gen) ergibt sich dar­aus dann die Höhe der Plat­zie­rung in den Google-Suchergebnissen.

Okay, verstanden! Aber was bedeutet das jetzt konkret für Websites?

Die Tat­sa­che, dass Goog­le die User Expe­ri­ence mit die­sem Update neu gewich­tet, heißt nicht, dass die Rele­vanz und die Qua­li­tät der Inhal­te an Bedeu­tung ver­lie­ren. Im Gegen­teil: Die tech­ni­sche Basis inklu­si­ve einer nut­zer­freund­li­chen Struk­tur, ein star­kes Bran­ding und eine pas­sen­de Key­word-Aus­rich­tung ein­schließ­lich bedarfs­ge­rech­ter Inhal­te sind die eigent­li­chen Stell­schrau­ben der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung (SEO).

In die­ser Hin­sicht kön­nen die Web Vitals als Züng­lein an der Waage betrach­tet werden. Eine Art Hygie­ne­fak­tor, der vor allem dann maß­geb­lich ist, wenn alle rele­van­ten Goog­le-Ran­kings ähn­li­che Web­site-Inhal­te auf­wei­sen (z.B. in Mas­sen­märk­ten wie Fashion-Online­shops). Den­noch gibt Goog­le mit den Core Web Vitals ein kla­res Signal in Rich­tung Nut­zer­freund­lich­keit und deu­tet an, dass die­ser Ran­king­fak­tor in Zukunft immer mehr an Bedeu­tung gewin­nen wird. Dem­entspre­chend ist die kon­ti­nu­ier­li­che Opti­mie­rung der eige­nen Web­site im Hin­blick auf die Page Expe­ri­ence das A und O für Unternehmen.

Über­all dort, wo Umsät­ze, Con­ver­si­ons und zufrie­de­ne, wie­der­keh­ren­de Nutzer von hoher Bedeu­tung sind, soll­ten die Core Web Vitals als Indi­ka­tor für die User Expe­ri­ence unbe­dingt einen hohen Stel­len­wert haben. SEO soll­te weni­ger als Opti­mie­rung für Maschi­nen (Search Engine Opti­miz­a­ti­on), son­dern als Opti­mie­rung für das Erleb­nis der Nutzer (Search Expe­ri­ence Opti­miz­a­ti­on) gese­hen werden. Auf diese Weise wird sich auch das Goog­le-Ran­king auf orga­ni­sche Art und Weise kon­ti­nu­ier­lich verbessern.

Aus Mobile First wird Mobile Only

Zusätz­lich zu den Core Web Vitals führ­te Goog­le bereits im März die­sen Jah­res die Mobi­le-Only-Inde­xie­rung ein. Ursprüng­lich soll­te diese bereits im Sep­tem­ber 2020 aus­ge­rollt werden. Die Coro­na-Pan­de­mie und die beglei­ten­den Maß­nah­men sor­gen jedoch auch bei Goog­le für uner­war­te­te Verzögerungen.

Um dem Trend gerecht zu werden, dass Nutzer ver­schie­dens­ter Alters­grup­pen heute über­wie­gend mit dem Smart­pho­ne sur­fen und mitt­ler­wei­le sogar 70 Pro­zent der B2B-Such­an­fra­gen über mobi­le Gerä­te erfol­gen, werden ab März 2021 reine Desk­top-Web­sei­ten nicht mehr in den Such­ergeb­nis­sen berück­sich­tigt. Ver­al­te­te (Desktop-Only-)Websites, die bis­her nicht für mobi­le Gerä­te opti­miert wur­den, dürf­ten den Wan­del durch emp­find­li­che Traf­fic-Ein­bu­ßen zu spü­ren bekommen.

Fazit

Obwohl davon aus­zu­ge­hen ist, dass wei­ter­hin alle Sei­ten gecrawlt (siehe Defi­ni­ti­on) und inde­xiert werden, müs­sen sich vor allem älte­re Sei­ten auf nicht uner­heb­li­che Ände­run­gen einstellen.

Craw­ler sind Pro­gram­me, die das Inter­net auto­ma­ti­siert und nach fest­ge­leg­ten Arbeits­schrit­ten durch­su­chen und auf die­ser Grund­la­ge einen vor­de­fi­nier­ten Kata­log erstel­len. Craw­ler werden teil­wei­se auch Robots, Bots oder Spi­der genannt. Goog­le selbst crawlt bei­spiels­wei­se die Inhal­te (fast) aller Web­sei­ten – bei man­chen häu­fi­ger am Tag, bei man­chen weni­ger häufig. 

- Online Mar­ke­ting Lexi­kon (unternehmer.de)

Wer in Sachen mobi­ler Web Per­for­mance und respon­si­vem Web­de­sign bis­lang geschla­fen hat, soll­te unbe­dingt geeig­ne­te Maß­nah­men ergrei­fen, um sein Ran­king zu ver­bes­sern. Die Opti­mie­rung der mobi­len Ver­si­on einer Seite lohnt sich aller­dings nicht nur für Betrei­ber älte­rer Sei­ten. Ganz im Gegen­teil: Gera­de neue­re Sei­ten, die nach Juli 2019 gelauncht wur­den und vom sog. Smart­pho­ne-Bot inde­xiert wur­den, kön­nen sich hier nicht nur gut absi­chern, son­dern sogar stark profitieren.

Wer jetzt gezielt und effi­zi­ent vor­geht, wird sich auch im Jahr 2021 bestän­di­gen Traf­fic sichern und nicht zuletzt auch die Erfah­rung der Nutzer direkt auf der Seite ver­bes­sern. Das wie­der­um ist im Grun­de ohne­hin längst über­fäl­lig und wird sich lang­fris­tig nicht nur in guten Ran­kings, son­dern auch in bes­se­ren mobi­len Con­ver­si­on Rates niederschlagen.

Quel­len:

  • https://developers.google.com/search/blog/2020/11/timing-for-page-experience
  • https://t3n.de/news/page-experience-neuer-google-rankingfaktor-1285903/
  • https://www.sistrix.de/downloads/study/sistrix_mobile_seo_study_de.pdf
  • https://t3n.de/news/google-erklaert-web-vitals-1307128/
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